Am 11. August 1993 hielt ich den Fähigkeitsausweis als Servicefachangestellter in den Händen. Ausgestellt hatte ihn das Hotel-Restaurant Stella in Interlaken — drei Jahre Lehre als Kellner, abgeschlossen.
Der Kanton Bern hatte die Lehrabschlussprüfung im Juni 1993 durchgeführt. Die Prüfungskommission attestierte eine Gesamtnote von 5.6. Praktische Arbeiten wurden mit 5.8 bewertet, Berufskenntnisse mit 5.6, Allgemeinbildung mit 5.0.
Gewerblich-industrielle Lehrabschlussprüfungen im Kanton Bern — das klingt nüchtern. Was dahintersteckt, sind drei Jahre Arbeit am Tisch, in der Küche, vor Gästen aus aller Welt. Das Hotel Stella in Interlaken war kein kleiner Betrieb; Interlaken ist eine Tourismusdestination mit einem entsprechend anspruchsvollen Publikum. Englisch, Deutsch, Französisch — der Alltag war vielfältig.
Der Abschluss war die formelle Bestätigung von etwas, das ich bereits als gelernt betrachtete. Die Arbeit hatte ich in diesen drei Jahren gemacht; das Zeugnis war die Bestätigung. Trotzdem: Es war wichtig. Es war das erste Dokument, das sagte, dass ich meinen Beruf beherrsche.
Servicefachangestellter. Kellner. Ein alter Begriff für eine Tätigkeit, die mehr umfasst als das, was man von aussen sieht.
Das Zeugnis wurde in Bern ausgestellt; der Notenausweis datiert auf den 29. Juni 1993, das eigentliche Fähigkeitszeugnis auf den 11. August 1993. Die Lehrabschlussprüfung hatte der Kanton Bern im Kreispfad Thun durchgeführt, bestätigt durch Ulrich Rupp als Prüfungsleiter.
Damit war die Grundlage gelegt. Was danach kam, war Berufserfahrung.