Lehre als Kellner im Hotel Stella

Im Sommer 1991 begann ich meine Lehre als Servicefachangestellter im Hotel-Restaurant Stella in Interlaken. Zwei Jahre lang — bis August 1993 — war das mein Arbeitsalltag: früh aufstehen, Frühstücksservice vorbereiten, Gäste empfangen, Bestellungen aufnehmen, Gerichte servieren.

Im Stella hatte ich Gelegenheit, verschiedene Service-Bereiche kennenzulernen. Frühstücksservice, Teller- und Plattenservice, Bankettservice, à la carte-Service — jeder dieser Bereiche hatte seinen eigenen Rhythmus und seine eigenen Anforderungen. Mit der Zeit übernahm ich eine eigene Station und führte sie selbstständig: von der Bestellungsaufnahme bis zur Verabschiedung der Gäste.

Zum Handwerk gehörten auch Flambier- und Tranchiergerichte, die ich regelmässig direkt am Tisch zubereitete. Das war keine Routine, die man schnell abhakt — da schauten die Gäste zu, und Sorgfalt war gefragt. Man lernte, ruhig zu bleiben und den Ablauf im Griff zu behalten, auch wenn der Speisesaal voll war.

Das Hotel Stella war ein Haus mit Anspruch. Interlaken ist ein touristisches Zentrum mit internationalem Publikum — entsprechend bunt war die Kundschaft. Deutsch, Französisch, Englisch; Gäste aus der Schweiz und aus aller Welt. Man lernte schnell, dass ein Lächeln und ein ruhiges Auftreten weiter tragen als perfekte Sprache.

Die Lehrabschlussprüfung schloss ich mit Auszeichnung ab.

Rückblickend war die Lehre im Stella eine sorgfältige Einführung ins Gastgewerbe — strukturiert, handwerklich sauber, mit einem klaren Anspruch an die Qualität der Arbeit. Die Grundlagen, die ich dort legte, begleiteten mich durch mehrere spätere Stationen.