Quitten duften anders als alle anderen Früchte. Nicht süss, nicht sauer — fast harzartig warm, irgendwie unverwechselbar. Wenn ich diesen Duft rieche, weiss ich: Oktober ist da, und die Ernte liegt auf dem Tisch.
Das Projekt «Hausgemachter Quitten-Gelee» klingt auf den ersten Blick wie ein Kochprojekt. Und das ist es auch. Aber für mich gehört es in einen grösseren Zusammenhang.
Die Quitten kommen vom Hof Schwarzenbach in Spiez. Handgepflückt, unbehandelt. Das bedeutet: Ich weiss, woher sie kommen, wer sie gepflückt hat, was nicht auf sie gesprüht wurde. Das ist kein Luxus — das ist die normalste Sache der Welt, die wir uns mit der modernen Ernährungswirtschaft irgendwie abgewöhnt haben.
Das Einkochen selbst ist handwerklich. Frisch entsaften, behutsam einkochen, auf Aroma und Konsistenz achten. Keine grossen Mengen, keine Produktion — kleine Chargen, die sorgfältig gemacht sind. Der fertige Gelee ist rosa, klar, und schmeckt genau so, wie Quitten riechen.
Was hat das mit Permakultur zu tun? Kreisläufe schliessen. Nichts verlieren, was noch Nährwert hat. Eine Verbindung zum Ort und zur Saison herstellen. Und das Prinzip der minimalen Intervention für maximalen Ertrag — eines der Grundgedanken, die mich in der Permakultur immer wieder begleiten.
Ein Glas Quitten-Gelee auf dem Regal ist mehr als Vorrat. Es ist ein kleines Stück gelebtes System.
Das Projekt im Vereins-Kontext: https://www.permazwerg.ch/project/hausgemachter-quitten-gelee-vom-hof-schwarzenbach/
