Titelbild zum Projekt Kaffee, Konsum und Co, Permakultur als Alltagspraxis

Kaffeesatz und die Entdeckung, dass Permakultur zu Hause beginnt

Es war Kaffeesatz, der alles angestossen hat. Nicht ein grosser Gedanke oder ein Buch — sondern die Tasse morgens in der Küche, und die Frage: Wo landet das eigentlich?

Draussen im Garten experimentierte ich schon eine Weile mit Permakultur-Prinzipien. Kreisläufe schliessen, Boden aufbauen, nichts wegwerfen, was noch Nährwert hat. Drinnen in der Wohnung aber liefen die Dinge anders. Einkaufsgewohnheiten, Verpackungen, Energieverbrauch — alles nach wie vor herkömmlich, fast automatisch.

Gemeinsam mit meiner Partnerin begann ich, unseren Alltag genauer zu beobachten. Nicht mit dem Ziel, ihn vollständig umzukrempeln, sondern um erst einmal zu sehen, was tatsächlich passiert. Was kaufen wir? Was verbrauchen wir? Was endet wo? Kaffeesatz auf den Komposthaufen war der erste kleine Schritt. Dann kamen andere. Seife statt Flasche. Refill statt Neukauf. Nicht als Programme, sondern als Fragen: Gibt es eine einfachere Möglichkeit?

Das Projekt «Kaffee, Konsum und Co» ist kein Musterprojekt. Es hat keine Schlüsse gezogen, die für alle stimmen. Es hat festgehalten, was für uns sichtbar geworden ist: Wenn man aussen nach Kreisläufen sucht und drinnen nach linearen Mustern lebt, ist das ein Widerspruch, den man nicht lange übersehen kann.

Permakultur im Alltag ist weniger spektakulär als Permakultur im Garten — und vielleicht genau deshalb so wirkungsvoll. Sie beginnt nicht an der Gartentür.


Das Projekt im Vereins-Kontext: https://www.permazwerg.ch/project/kaffee_konsum_und_co/