Drohnenaufnahme des Gartens nach Entfernung des Buchsbaums, Uebergang zu Vielfalt

Der Tag, an dem der Buchs verschwand — und der Garten aufatmete

Buchs ist beständig. Jahrzehnte alt, immergrün, dicht. Er steht da wie eine Meinung, die niemand mehr hinterfragt. An diesem Apriltag habe ich ihn entfernt.

Das Projekt «Bye, Bye Buchs» begann mit einer Frage, die ich mir länger gestellt hatte: Warum pflanzen wir bestimmte Dinge, nur weil sie immer so gepflanzt wurden? Buchsbaum als Formschnitt, als Einfassung, als Signal für Ordnung. Eine starre Ordnung, die Boden versiegelt, Monokultur bevorzugt und Insekten wenig bietet.

Den eingewachsenen Buchs zu entfernen war keine Kleinigkeit. Es brauchte Zeit, Werkzeug, Rücken. Aber was mich am meisten beschäftigte, war der Gedanke nach dem Wegschaffen: Was kommt jetzt? Die Antwort war kein neuer Plan — sondern Raum. Raum für Bodenleben, das sich erholt. Für Nützlinge, die Habitate finden. Für essbare Pflanzen, Blühaspekte, ökologische Wechselwirkungen.

«Bye, Bye Buchs 2.0» im April 2026 war ein Update — nicht das Ende. Ich habe weiter entfernt, weiter aufgebaut. Der Boden darunter war besser als erwartet. Lehmig, aber lebendig. Als hätte er nur gewartet.

Was mich an diesem Prozess am meisten überrascht hat: Der Garten reagiert schneller, als man denkt. Innerhalb weniger Wochen nach dem Entfernen tauchten die ersten Insekten auf, die ich vorher nie gesehen hatte. Die Veränderung war kleiner im Massstab, aber grösser im Effekt, als ich erwartet hatte.

Loslassen ist manchmal das Produktivste, was man im Garten tun kann.


Das Projekt im Vereins-Kontext: https://www.permazwerg.ch/project/p04-bye-bye-buchs/