Folie eins. Noch kein Titelbild, nur eine Frage auf weissem Hintergrund: «Warum ist Permakultur heute relevant?» Ich stand vor einer Gruppe von Menschen, die dieselbe Ausbildung machten wie ich, und war ehrlich gesagt nicht sicher, ob meine Antwort stimmig war. Sicher war ich nur, dass mich die Frage nicht losliess.
Im November 2022 hielt ich im Rahmen der Permakultur-Designer-Ausbildung meine erste Zwischenpräsentation. Es war kein technischer Vortrag über Beetplanung oder Wasserkreisläufe. Es war eher ein Versuch, meinen eigenen Standpunkt zu klären — warum ich das alles überhaupt mache, was Permakultur im grösseren Zusammenhang bedeutet.
Der Gedanke, der mich damals am meisten beschäftigte, war Suffizienz. Nicht Verzicht, sondern das richtige Mass. Wie viel ist genug? Was brauche ich wirklich? Diese Fragen klingen nach Moralpredigten, aber in der Permakultur werden sie konkret: Wie viel Boden braucht ein Beet? Wie viel Energie ein System? Was ist nachhaltig in der Praxis und nicht nur im Prinzip?
Je länger ich mich in der Ausbildung mit ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhängen beschäftigte, desto klarer wurde für mich: Permakultur ist weit mehr als Gartengestaltung. Sie ist ein Denk- und Handlungsrahmen, um mit begrenzten Ressourcen sinnvoller umzugehen. Das war damals eine Erkenntnis, die sich noch nicht vollständig in Worte fassen liess — aber sie war da.
Die Präsentation war nicht perfekt. Sie war noch tastend, noch suchend. Aber sie markierte für mich den Punkt, an dem aus Interesse Haltung wurde.
Was bleibt? Die Erkenntnis, dass das Formulieren von Gedanken mehr klärt als das Denken allein. Und dass die erste Präsentation nicht der Abschluss eines Lernprozesses ist — sondern sein Anfang.
Das Projekt im Vereins-Kontext: https://www.permazwerg.ch/project/1-zwischenpraesentation-zur-akkreditierung-permakultur-designer/
